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Die Bergwelt des Iran

Das Buch wurde 2012 mit dem Weltbuchpreis ausgezeichnet!

Faszinierende Bergwelt des Iran! Schon ein Blick in das Inhaltsverzeichnis dieses Buches lässt Fernweh aufkommen, wegen der Vorstellungen von den Landschaftsbildern, die mit den klingenden Namen der Bergzüge und Gebirgsstöcke verbunden sind: Kuh-e Sabalan und Alborz, Damavand … und dann Kuh-e Rang im zentralen Zagros, mit der Zard Kuh-Kette als Wasserscheide, und mit dem Zusammentreffen von Technik und Natur in extrem peripherer Lage.“
Diese Worte stellt Univ.-Prof. Dr. Martin Seger von der Österreichischen Geographischen Gesellschaft und Kenner des Iran an den Beginn seines Vorwortes zu diesem Buch. In der Folge würdigt Prof. Seger die Leistungen österreichischer Wissenschaftler im Allgemeinen und jene der Grazer Gruppe im Besonderen, die sich seit mehr als vier Jahrzehnten der Erschließung der Berggebiete Mittelasiens widmet.
Den Herausgebern des Buches ist es gelungen, Fachleute aus Deutschland, Schweden und dem Iran für das Buchprojekt zu begeistern, die ihrerseits wertvolle Beiträge geliefert haben.
Das vorliegende Buch enthält die Ergebnisse einer transdisziplinären Forschung, besonders basierend auf den Studien der letzten Jahre. 17 Autoren haben in 35 Kapiteln verschiedene Bereiche der Hochgebirgsforschung, aber darüber hinausgehend auch Fragen des Alpin- und Ökotourismus behandelt. Damit wird auch das wachsende Interesse der Iraner an ihrer heimischen Bergwelt unter Beweis gestellt. Hunderttausende begeben sich in der schönen Jahreszeit am Wochenende in die Naherholungsgebiete der umliegenden Berge, erfreuen sich an den grünen Matten und klaren Bächen oder besuchen in der kalten Jahreszeit die Schigebiete in der Nähe der Großstädte.
Bestechend ist die Vielfalt der Beiträge: Klima, Vegetation, Wasserhaushalt, die Tier- und Pflanzenwelt, aber auch ethnologische Fragen (Nomadismus) und solche zur Religions- und Entdeckungsgeschichte werden in Beziehung des Iran gebracht.
Das beigegebene Kartenmaterial und die praktischen Hinweise (z. B. Routenbeschreibungen, Schutzhütten, etc.) machen es dem Bergsteiger aus dem Westen möglich, seine Touren in der bisher kaum erschlossenen Bergwelt des Iran selbst zu planen und durchzuführen.
„Die Bergwelt des Iran“ stellt somit eine wertvolle Ergänzung zu der im Jahr 2001 im selben Verlag erschienenen 1. Auflage des Buches „Damavand – Der höchste Berg Irans“ dar, von dem seit 2006 auch eine Ausgabe in persischer Sprache vorliegt.
Natur und Kultur, Geschichte und Gegenwart, der Mensch und seine Umwelt verschmelzen zu einer Gesamtschau, die für jeden Iran-Reisenden eine wertvolle Lektüre bietet. Es ist das Anliegen der Herausgeber, mit diesem Buch das Verständnis für die jahrtausendealte Kultur des Iran im Allgemeinen und für die Bergwelt im Besonderen zu wecken. Sie möchten auch damit ihren Dank zum Ausdruck bringen für die Gastfreundschaft und Aufgeschlossenheit, die ihnen die Menschen in diesem Land entgegengebracht haben.

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Rezensionen:
Nach dem im selben Verlag 2001 erschienenen Buch "Damavand. Der höchste Berg Irans" legen die beiden Autoren hiermit einen Sammelband über alle Hochgebirge des Iran vor, was in dieser Form ein Novum ist. Insgesamt 17 Autoren, 4 davon Iraner, kommen zu Wort und decken mit ihren insgesamt 35 Aufsätzen ein außerordentlich breites Themenfeld ab: Kultur- und Erschließungsgeschichte, Tier- und Pflanzenwelt und vieles andere mehr bis hin zum Imkerwesen und den iranischen Schigebieten werden dargestellt.
Die inhaltliche Gliederung des Buches ist nicht thematisch, "sondern baut sich weitgehend auf regionale Sequenzen in loser Abgrenzung auf" (S. 10). Dabei wird der Versuch unternommen, die Gebirgsportraits so aufzubereiten, dass Besucherinnen und Besucher auch Hilfestellungen für die Erkundung der Gebiete bzw. für Bergtouren bekommen. Hierzu dienen auch Übersichts- und einige Detailkarten, von denen manche auch an unserem Institut gefertigt wurden. Der Band ist hervorragend mit qualitativ hochwertigem Bildmaterial ausgestattet, das zum Großteil im Zuge der zu Grunde liegenden Forschungsreisen und Expeditionen (seit 1970) aufgenommen wurde. Die wichtigste Informationsbasis sind jedoch Forschungsreisen zwischen 2005 und 2009, die im Rahmen einer internationalen Forschungsinitiative der wissenschaftlichen Erkundung der iranischen Berge gewidmet waren. Dabei ist der methodische Zugang interessant, der mit Hilfe der "3 F" erfolgte, was "ein Akronym für die Trinität von Fremderkundung - Fernerkundung - Felderkundung" (S. 279) ist. Das Buch ist nicht ein schwer lesbares wissenschaftliches Werk geworden, sondern wendet sich - ohne jedoch den wissenschaftlichen Anspruch zu verlieren - an ein breiteres Publikum. Als eine besondere Leistung des Werkes ist hervorzuheben, dass es ihm gelingt, das im "Westen" gängige Bild des Iran durch authentische Informationen zu diversifizieren und so dessen negatives Image zu dekonstruieren. Nicht zuletzt dadurch empfiehlt sich die Lektüre nicht nur Bergbegeisterten, sondern allen Personen, die sich für Kultur und Natur des Orients interessieren und hierfür profundes Wissen aus erster Hand bevorzugen. (Gerhard K. Lieb, in: GEOGRAZ, 46/2010, S. 41)

Berge in Persien
Wegen permanenter politischer Turbulenz ist der Iran im Gerede. Was aber nicht davon abhalten darf, Land und Leute genau zu betrachten. Dies erlaubt ein außergewöhnliches Buch mit dem Titel „Die Bergwelt des Iran“, das die beiden Grazer Wissenschaftler Gratzl und Kostka herausgegeben haben. Das Werk beschreibt sehr ausführlich jenen Gebirgsgürtel zwischen dem Kaspischen Meer und dem Golf von Oman, der sich vom Grenzgebiet Iran / Aserbaidschan bis nach Belutschistan erstreckt. Die Fülle des Stoffs detailliert zu schildern, sprengt den Rahmen einer Besprechung. Kein relevantes Thema jedenfalls wird hier vermisst – seien es die Bergsteigerunterkünfte oder Biwaks, Dörfer, Geschichte, Gipfel plus Routen, Gletscherreste, Fauna und Flora, Hirten, Höhlen, Klima, Kunst, Nomaden, Mineralien, Ökotourismus, Religion, Quellen, Skisport und -alpinismus, Vögel, Volkskunde und Vulkanismus. Jeder Sektor wird tief ausgelotet, selbst Entdeckungsreisende wie Sven Hedin und den Arzt Alfons Gabriel samt Ehefrau sucht man nicht vergebens. Angenehm fällt die Tatsache auf, dass das Buch professionelle Präzision mit leichter Lesbarkeit verbindet und bestes Bildmaterial bietet. Es setzt Maßstäbe. ...
(nbr, in: Panorama, Magazin des Deutschen Alpenvereins, Dezember 2010, S. 91)

Preis: € 49,90

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    ISBN: 978-3-7059-0135-3

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