Länder & Reisen

ISBN: 978-3-7059-0375-3
15,5 x 23 cm, 216 Seiten,
160 Farbabbildungen und Illustrationen, Hardcover, gebunden.
  • Eine Geo-Reise durch GRÖNLAND
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Eine Geo-Reise durch GRÖNLAND

Auf Alfred Wegeners Spuren

Kurt Stüwe und das Team der Alfred-Wegener-Gedenkexpedition: Gerald Raab, Felix Rauschenbusch, Werner E. Piller und Paul Claus.

Mit Landkarten von Tamer Abu-Alam und Jörg Robl sowie einem Botanik-Beitrag von Christian Berg.

Zum Buch: Es mag ein beunruhigender Gedanke sein, dass die Kontinente, auf denen wir leben, nicht fester Boden unter unseren Füßen sind, sondern wie Eisschollen im arktischen Meer auf dem zähen Erdmantel herumtreiben und sich ständig verändern. Doch die Landmassen der Erde formieren sich seit der Entstehung des Planeten vor etwa 4,5 Milliarden Jahren immer wieder zu neuen Kontinenten. Die dazwischen liegenden Ozeane entstehen und verschwinden wieder und neue Gebirge bilden sich bei der Kollision von Kontinenten. Die Erde ist ein höchst dynamischer Planet, und die Bewegungen von Eisschollen auf dem Meer sind ein guter Vergleich für ihre Veränderung – wenn auch Millionen Mal schneller. Dieses heute gut etablierte Wissen ist eine Erkenntnis der letzten 150 Jahre, und die historische Entwicklung dieses Weltbildes liest sich wie ein "Kriminalroman", bei dem der Abenteurer Alfred Wegener und Grönland eine entscheidende Rolle spielen.

1912 veröffentlichte Alfred Wegener erstmals seine Ideen zur Theorie der Kontinentalverschiebung. Obwohl Wegener als Astronom und Meteorologe in der Geologie fachfremd war, sollten diese Veröffentlichungen doch Wegeners berühmteste werden und einen Großteil seines wissenschaftlichen Lebens prägen. Bis zu seinem Tod im grönländischen Inlandeis im Jahr 1930 veröffentlichte Wegener vier neue Überarbeitungen seines zuerst 1915 erschienenen Buches "Die Entstehung der Kontinente und Ozeane", und er kämpfte zeitlebens für seine Idee, die erst gut dreißig Jahre nach seinem Tod die Anerkennung bekam, die sie verdiente. Dieses Buch ist eine Huldigung an das Genie Alfred Wegener und wurde ihm zu Ehren und zur 100. Wiederkehr seiner ersten Veröffentlichungen zur Kontinentalverschiebungstheorie verfasst.

So wie es Alfred Wegener als Universalgenie schaffte, aus verschiedenen Naturwissenschaften interdisziplinäre Synthesen zu schmieden und gleichzeitig ein Leben als Abenteurer, Polarforscher und Familienvater zu führen, so versucht auch dieses Buch, den Bogen zwischen Wissenschaft, Geologie, Forschergeist, historischer Information und Abenteuer zu spannen.

Dieses Buch ist in drei Hauptkapitel gegliedert: Kapitel 1 ist ein historisches Kapitel: Es behandelt Alfred Wegeners Leben, die Geschichte der Plattentektonik, Prinzipien der modernen Plattentektonik und die Geschichte Grönlands. Kapitel 2 widmet sich der Geologie Grönlands auf fachlichem Niveau, aber mit dem Ziel, auch dem Nicht-Geologen einen Überblick über die einzigartige geologische Vielfalt der geheimnisvollen Insel zu geben. Kapitel 3 ist ein Expeditionsbericht über die Alfred-Wegener-Gedenkexpedition, die 2014 durchgeführt wurde, um Wegeners Spuren in Grönland aus dem historischen Jahr 1912 zu suchen. Der Fund von Wegeners Schlitten aus dem Jahr der Entdeckung der Kontinentalverschiebungstheorie krönte diese Expedition.

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Rezension:

Auch wenn heute auf Grönland eine Halbinsel, eine Inselgruppe, ein Berg sowie ein Asteroid, ein Mond- und Marskrater nach Alfred Wegener und das bedeutendste deutsche Institut für Polar- und Meeresforschung nach ihm benannt sind, kann dies alles nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihm die wichtigste Anerkennung zeit seines Lebens vorenthalten blieb und erst knapp dreißig Jahre nach seinem Tod eine der wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten und geowissenschaftlichen Forschungsergebnisse anerkannt wurden. Bis heute ringen die Wissenschaft und Vertreter verschiedener Disziplinen darum, welche von Alfred Wegeners wissenschaftlichen Arbeiten und Erkenntnissen mehr Bedeutung hat. Alfred Wegener, 1880 in Berlin geboren, studierte von 1900-1904 in Berlin, Heidelberg und Innsbruck Astronomie, Geophysik und Meteorologie. Vor Ausbruch des 1. Weltkriegs fing Wegener an, an der Uni Marburg zu lehren und unternahm bereits zwei Grönland-Expeditionen. Er wurde Professor an den Universitäten in Hamburg und Graz und veröffentlichte zahlreiche Forschungsarbeiten. Der Meteorologe, Polar- und Geowissenschaftler, hat mit seinen Forschungsarbeiten zur Kontinentalverschiebung wesentlich die moderne Theorie der Plattentektonik begründet. Wegener erkannte als einer der Ersten, dass die Kontinente einst Teil eines größeren, zusammenhängenden Landgebildes waren, das auseinanderbrach und dessen Teile seither auf dem zähen Erdmantel herumtreiben. 1912 veröffentlichte Alfred Wegener erstmals seine Ideen zur Theorie der Kontinentalverschiebung, die jedoch von zahlreichen anderen Forschern abgelehnt wurden. Obwohl Wegener als Astronom und Meteorologe in der Geologie fachfremd war, sollten diese Veröffentlichungen doch Wegeners berühmteste werden und einen Großteil seines wissenschaftlichen Lebens prägen.
Zu seinen Lebzeiten war Wegener aber vor allem für seine Verdienste in der Meteorologie und als Pionier der Polarforschung bekannt. Das Interesse für die Polarforschung war auch darin begründet, dass die Gebiete des Nord- und Südpols zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Fokus zahlreicher Forschungsreisen standen. Wegener unternimmt zu dieser Zeit seine erste Grönland-Expedition. Von Grönland fasziniert, plant er weitere Forschungsreisen in das Gebiet. Seine für 1930 angelegte Hauptexpedition, die gleichzeitig seine letzte sein wird, soll neue Ansätze in der Klimaforschung liefern. Damit ein Jahr lang die meteorologischen Verhältnisse in Grönland beobachtet und aufgezeichnet werden können, leitet Wegener 1929 eine Vorexpedition in das grönländische Inlandeis. Die Aufstiegsroute wird erkundet, Depots werden angelegt, erste Messungen durchgeführt und die Motorschlitten getestet. Doch was von langer Hand geplant ist und in der Theorie funktionieren soll, entpuppt sich schnell als strapaziöses Unterfangen. Auf dem Rückweg von der Forschungsstation Eismitte, im Wesentlichen einer in das Eis gegrabenen Höhle, die er mit zusätzlichen Lebensmitteln versorgte, kam Wegener vermutlich um den 16. November 1930 ums Leben. Am 12. Mai 1931 fand man Wegeners sorgfältig angelegtes Grab im Eis. Als Todesursache vermutete man Herzversagen infolge von Überanstrengung. In einem neuen und reich bebilderten Band aus dem steirischen Weishaupt Verlag wird von Dr. Kurt Stüwe, Professor für Geologie an der Universität Graz, an den Forscher und Entdecker Alfred Wegener anlässlich der 100. Wiederkehr seiner ersten Veröffentlichungen zur Kontinentalverschiebungstheorie erinnert. Stüwe nimmt den Leser auf den Spuren von Alfred Wegner mit auf eine Reise durch Grönland und macht mit den Stationen des Wirkens von Wegener bekannt. Damit lässt der Autor auch die außergewöhnliche Landschaft sowie die naturkundlichen Besonderheiten der weltgrößten Insel erahnen. Der jetzt vorliegende Band ist ein äußerst bemerkenswertes Werk zu einem der bedeutendsten Polarforscher, der aber vor allem mit seiner Theorie der Kontinentalverschiebung den Boden für umfassende geologische Untersuchungen bereitete, die das Wissen um die Entstehung der heutigen Kontinente auf eine völlig neue Grundlage stellte. Wer mehr zum Leben des herausragenden Forschers und Wissenschaftlers Alfred Wegener erfahren will sowie über seine grundlegenden und bahnbrechenden Forschungen in Grönland, der wird in dem neuen Buch aus dem Weishaupt Verlag viel Wissenswertes erfahren! (Pardatscher-Bestle, Bücherrundschau, Herbst 2015)

Preis: € 26,00

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