Neuerscheinungen

ISBN: 978-3-7059-0377-7
22,5 x 26,5 cm; 376 Seiten und mehr als 1.000 großteils farbige Abbildungen; geb.

Herausgeber

  • Rolf M. Urrisk-Obertynski
  • Bgdr Urrisk-Obertynski und Bgdr Wagner mit den "Vier im Jeep". Foto: Bundesheer/CHRISTIAN JOHANNES
  • Buchpräsentation in den Räumlichkeiten des Hauses der Industrie. Foto: Bundesheer/CHRISTIAN JOHANNES
  • Karl Habsburg-Lothringen gratuliert dem Autor zu seinem neuen Buch. Foto: BH/CHRISTIAN JOHANNES
  • Anschneiden der Alliierten-Torte mit der britischen Botschafterin. Foto: BH/CHRISTIAN JOHANNES
  • Oberst i. G. Mag. Christine Chaulieu (FR). Foto: Dr. Wilhelm Stiegelbauer
  • S. Travnikov (RUS), Chr. Chaulieu (FR), R.M. Urrisk, Paul C. Brotzen (USA), A. James (GB). Foto:W.St

Wien. 2000 Jahre Garnisonsstadt, Bd. 6

Die vier Alliierten 1945–1955

Mit einem Geleitwort des Bundesministers für Europa, Integration und Äußeres Sebastian Kurz und Grußworten der Botschafter / Botschafterinnen der ehemaligen alliierten Besatzungsmächte:

  • Grußwort der Botschafterin der Vereinigten Staaten von Amerika in Österreich Alexa L. Wesner,
  • Grußwort des Botschafters der Russischen Föderation in Österreich Sergej Netschajew,
  • Grußwort der Botschafterin des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland in Österreich Susan le Jeune d'Allegeershecque,
  • Grußwort des Botschafters der Republik Frankreich in Österreich Pascal Teixeira Da Silva.

Im Hinblick auf die Gedenkjahre 1945 und 1955 ist dieser Band der Zeit der „Alliierten Besatzung in Wien 1945–1955" gewidmet. In diesem Buch gehen die Autoren der Organisation des Alliierten Rates, der interalliierten und der nationalen Militärpolizei der vier Besatzungsmächte, den verschiedenen Arten der Unterkunft und dem Leben der Soldaten in der Garnisonsstadt Wien (soweit es die Familienzusammenführung, die Versorgung, die Spitäler oder die Militärseelsorge betrifft) sowie den Möglichkeiten der damaligen Freizeitgestaltung nach.

Ein Kapitel ist den Militärflugplätzen, die seitens der Alliierten in Wien errichtet und betrieben wurden, gewidmet. Ein weiteres befasst sich mit den Leistungen, die die alliierten Soldaten für die notleidende Bevölkerung, vor allem aber für die Wiener Kinder, erbracht haben (von der Lebensmittel- über die Heizmaterialversorgung bis hin zu den Weihnachtsaktionen und die Betreuung behinderter Kinder). Alles wird minutiös dokumentiert.

Ein besonderes Bedürfnis ist es den Autoren, in diesem Buch auch aller jener Soldaten zu gedenken, die im Zuge der Befreiung Wiens gefallen sind. So wurden alle Soldatengräber erfasst und im Bild dokumentiert. Auch den Denkmälern und sonstigen Erinnerungen an diese Zeit ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Zahlreiche Buchbesprechungen, Interviews, Radiosendungen ... zu diesem Buch finden Sie auch unter "Aktuelles".

Nachlese zur Buchpräsentation

Interview mit Prof. Rolf M. Urrisk in "Guten Abend Wien - Nachrichten"

Weitere Beschreibung »

Rezension:
In der auf ursprünglich fünf Bände konzipierten Reihe "Wien - 2000 Jahre Gamisonsgeschichte" sind bisher drei Bände erschienen, welche die Garnisonen der Stadt von der XV. römischen Legion bis herauf zum jüngsten Verband des Bundesheeres, dem Kommando Militärstreife und Militärpolizei, darstellt.
Während der Recherchen dazu hat sich auch eine Vielzahl an Unterlagen über die Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg angesammelt, die den Rahmen der vorgesehenen Bände gesprengt hätten. Das hat zum Entschluss geführt, dieser relativ kurzen, aber bedeutsamen Epoche einen eigenen Band zu widmen und diesen rechtzeitig zum Doppeljubiläum 1945/1955 herauszubringen.
Der Befreiung Wiens vom nationalsozialistischen System durch die Rote Armee folgte die Besetzung durch die Vier Alliierten mit dem erklärten Ziel, Österreich so bald wie möglich in die Freiheit und Unabhängigkeit zu entlassen. Im vorliegenden Band soll der Frage nachgegangen werden, wie die Soldaten der Besatzungsmächte vom kommandierenden General bis zum einfachen Soldaten oder Soldatin, Wien als Garnisonsstadt erlebt haben - ob als Befreier, Besetzer oder Helfer in der Not und beim Wiederaufbau.
Die drei Mitautoren haben nicht nur ihr Wissen, sondern auch ihre umfangreichen Bildarchive in diesen Band eingebracht. Ein Teil der Bilder stammt von ehemaligen alliierten Soldaten, die während der Besatzungszeit in Wien stationiert waren, einige davon werden hier erstmals publiziert. Andere stammen aus Wiener Tageszeitungen und Zeitschriften der Besatzungsmächte.
Die vier Besatzungsmächte haben sich Österreich gegenüber immer viel liberaler verhalten als in vergleichbaren Fällen. Das zeigt sich zunächst darin, dass sie frühzeitig daran gegangen sind, die politische Verantwortung Schritt für Schritt an die entsprechenden österreichisehen Stellen zu übertragen. Das konnte man gerade in Wien verfolgen, wo bereits 1947 damit begonnen wurde, Bezirkskommandanturen zu schließen und die Geschäfte an die Bezirksverwaltungsbehörden zu übergeben. Zu verdanken ist das nicht zuletzt der Tatsache, dass es österreichischen Staatsmännern wie Figl, Raab, Renner, Körner oder Helmer rasch gelungen ist, ein Klima des Vertrauens zu schaffen. Dem Zusammenwirken und dem guten Willen aller ist es zu verdanken, dass die vier Besatzungsmächte Österreich so rasch in die Unabhängigkeit entlassen haben - auch wenn die Besatzungszeit den Österreichern übemäßig lange erschien.
Die Besatzungsmächte haben aber auch ihre Soldaten stets zum Wohlverhalten gegenüber der Bevölkerung angehalten. Sowjetische Pioniere haben in Wien die von den deutschen Truppen zerstörten Brücken wieder instand gesetzt, amerikanische und britische Soldaten halfen beim Wegräumen des Schutts, alle vier Besatzungsmächte vesorgten die notleidende Bevölkerung mit Nahrungsmitteln - von der legendären Erbsenhilfe der Sowjets bis zu den nicht weniger legendären Care-Paketen der Amerikaner. Erwähnenswert ist auch der Einsatz von amerikanischen und sowjetischen Soldaten nach der schrecklichen Hochwasserkatastrophe 1954.
Dieses Buch zeigt den Alltag der Besatzer in Wien: Ihre Kommandanturen von der Vienna Mission über den Alliierten Rat bis herunter zu den Stadt- und Bezirkskommandanturen. Breiter Raum ist den Paraden und Wachablösen gewidmet. Weitere Kapitel behandeln die militärische Sicherheit (das alliierte Polizeizentrum, die internationale Patrouille - "die Vier im Jeep" - und die nationalen Militärpolizeien) sowie die Einrichtungen für Information und Propaganda. Der Unterkunft in öffentlichen und privaten Gebäuden gedenkt ein eigenes Kapitel, das auch die Residenzen der Hochkommissare beschreibt. Betreuung und Versorgung umfasst nicht allein die Familienbetreuung, sondern auch den Einkauf, die Dienstleistungen, das Finanz- und Geldwesen, die Militärseelsorge, die Lazarette und die Hilfeleistungen für die Wiener Bevölkerung. Dem Verkehr kam eine Schlüsselbedeutung zu und er wird als Eisenbahn-, Straßen- und Flugverkehr aufgearbeitet. Die Freizeitbetreuung umfasst Clubs und Snackbars, aber auch Militärmusikkapellen und Ensembles, Kinos und Theater sowie Sport und Sportplätze. Den Abschluss bilden Heldenfriedhöfe und Kriegsgräber, Denkmäler, Monumente und Gedenktafeln.
Damit erschließt sich dem Leser ein umfassendes Bild der Stadt Wien während der schicksalhaften Besatzungszeit in all seinen Facetten - Plagen wie Freuden.
(In: Pallasch, Zeitschrift für Militärgeschichte, Nr. 56, Februar 2016, S. 292)

Preis: € 58,00

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