Kultur & Tradition

ISBN: 978-3-7059-0288-6
14 x 21,5 cm, 280 Seiten,
ca. 100 Farbabbildungen

Steirischer [Mundart]-Wortschatz

Unsere Sprache im Wandel der Zeit

„Ein sehr wertvolles Nachschlagewerk für steirische Mundartausdrücke, eine wahre Schatztruhe steirischer Ursprünglichkeit! …“

Der erste Teil dieses Buches befasst sich in einem kurzen Abriss mit unserer Sprachgeschichte. Sie beginnt mit der Entwicklung der deutschen Sprache, die ihre Wurzeln im Indoeuropäischen hat und sich über das Althoch- und Mittelhochdeutsche zur Schriftsprache unserer Zeit entfaltete.
Der zweite Abschnitt ist zum überwiegenden Teil dem steirischen Dialekt-Wortschatz gewidmet. Es handelt sich hierbei nicht bloß um eine einfache Aufzählung von Begriffen. Das Hauptaugenmerk lieg auf der Wort-Etymologie, das heißt auf dem Ursprung und der Herleitung der Wörter.
Im dritten Abschnitt kommen Poeten aus verschiedenen Regionen der Steiermark zu Wort. Ob vom Mur- oder Mürztal, von der Ost- oder Weststeiermark – von überall her wird der Klang der Mundart in Gedichten erlebbar gemacht.
Der vierte Teil dokumentiert in einem Farbblock Geräte und Werkzeuge wie sie noch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts verwendet wurden.

Der Autor:
Mag. Konrad Marischnik ist mit seinen Büchern weit über die Grenzen der ­Steiermark hinaus bekannt und beliebt. Der „Steirische Mundart-Wortschatz“ ergänzt in vorzüglicher Weise sein weiterhin, bereits in der 3. Auflage lieferbares „Steirisches Mundart-Wörterbuch“.
Über einhundert Farb­abbildungen machen altes steirisches Brauchtum und Handwerk wieder lebendig.
Mit literarischen „Kostproben“ von Paula Grogger, Franz Höller, Hans Kloepfer, Peter Rosegger, Fred Strohmeier, Martha Wölger, Ingeborg Wölkert u.a.

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Rezension:

Gerade heuer, wo wir in St. Paul in Kärnten die international beachtete Ausstellung „Macht des Wortes – Macht des Bildes“ erleben, gelang es dem Weishaupt Verlag und Konrad Maritschnik dieses vorzustellende Buch neu zu verlegen. Getreu dem Leitsatz: „Die Fähigkeit, unsere Gedanken anderen Menschen gegenüber durch Worte hörbar zu machen, ist ein wahres Wunderwerk der Natur, unabhängig von Ländern und Sprachen“, forschte der Autor eifrig weiter. So gelingt es ihm, in der Neuauflage über 1200 Begriffe zusätzlich in das seinerzeitige „Steirische Mundart-Wörterbuch“ einzubringen. Den Titel ändert er auf „Steirischer [Mundart]-Wortschatz“. Also wurde abermals ein verborgener Schatz gehoben, denn „Mundart, das ist die Sprache des Herzens“ (Nenning, zit. auf S. 12), sie ist eine Kostbarkeit im natürlichen Beziehungsgefüge zusammenwohnender und -lebender Menschen. Darin weiß sich Konrad Maritschnik mit dem von Hermann Schützenhöfer im Geleitwort zitierten Dichter Christian Morgenstern eins, wenn letzterer meint: „Beim Dialekt fängt die gesprochene Sprache erst an!“
Was birgt nun dieses Schatzkästchen? In vier Kammern separiert es folgende Inhalte: In der ersten Kammer (ähnlich in früheren Auflagen) finden wir einen Abriss der „Entwicklung der deutschen Sprache im Wandel der Zeit“ mit einem Instrumentarium zum Verständnis und zur Handhabung des Wortschatzteiles: gerafft, pointiert und sehr klar angelegt (16–25). In der zweiten Kammer, dem Hauptteil (lexikalisch, 28–183), finden sich alphabetisch „Mundartwörter – ihre Bedeutung und ihre Etymologien“. In der dritten Kammer, und das ist höchst bemerkenswert, weil es um „Angewandtes“ geht, sind „Literarische Kostproben von Mundartgedichten“ abgedruckt. Da die Auswahl verschiedene steirische Regionen berücksichtigt, sind Gedichte von Kloepfer, Wölger, Klauber, Fauland, Seidl, Maritschnik u.v.a.m. zitiert. In ihnen wird Mundartliches festlich zum Klingen gebracht (186–239).
Und was findet sich in der vierten Kammer? Eine farbige und bunte Dokumentation all dessen, „wia ma eanta gearbat und glebt hot“, Ausweis ländlicher Gegebenheiten, landwirtschaftlicher Geräte und Werkzeuge. Die dreißig Hochglanzseiten in Farbe könnten jedem seriösem Katalog eines guten Volkskundemuseums zur Ehre gereichen. Ein weiterführendes Beleg- und Literaturverzeichnis, das hungrig gewordenen Mundartschatzgräbern an die Hand geht, schließt dieses Werk. Allerdings sollte man die Bitte des Autors nicht überlesen, nicht berücksichtigte, bzw. noch nicht aufgefundene Mundartbegriffe zu sammeln und – Adresse liegt bei – dem Verfasser mitzuteilen.
Dieses gute Buch empfehle ich jedem, der an überkommenen Begriffen herumrätselt und sie erschlossen haben möchte. Auch jenen möchte ich es nicht vorenthalten, die Freude an der Mundart und den „Sprachwurzeln“ haben und die sich wünschen, etwas in der Hand zu wissen, wenn Nachkommende nach dem Vorherigen forschen und fragen. Nur so bleibt bedrohtes Kulturgut abrufbar.
(Heribert Diestler, in: Begegnungen – Zeitschrift der Katholischen Lehrer- und Erziehergemeinschaft 2/2009)

Preis: € 24,90
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