Literatur & Erlesenes

ISBN: 978-3-7059-0292-3
14 x 21,5 cm, 192 Seiten, geb.

Liebe und andere Katastrophen

Neues vom Kernölbotschafter

Welcher ist der falscheste Moment für eine ­Liebeserklärung? Taugt ein brasilianischer Fußballer als Vorbild für den Namen der Tochter? Und warum quetscht sich eine ganze Reisegruppe in ein winziges Kartenbüro? Kernölbotschafter Hannes Glanz ist zurück und findet grundlegende Antworten: beim Kreuzworträtsel-Geschlechterkampf, in zum Scheitern verurteilten ­Kontaktanzeigen, sogar bei nicht angeleinten Hunden.

Das Titelbild stammt wieder von Thomas Wizany, dem bekannten Karikaturisten der Salzburger Nachrichten.
„Ich habe die Satiren von Hannes Glanz gerne ­gelesen.“ (Daniel Glattauer)

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Rezension:
Buchpräsentation in Fehring

Es ist ein schönes Erlebnis, die schriftstellerische Entwicklung und Karriere eines Autors von Anfang an mitverfolgen zu können. So erging und ergeht es uns mit dem 1972 in Graz geborenen Feldbacher Hannes Glanz, dem wir bereits in „Campus f“ Nr. 49 vom März 2000 ein ausführliches Porträt widmeten, das auf einem Gespräch vom Mai 1996 beruhte.
Als das jüngste von drei Kindern des Feldbacher Ehepaares Johann und Margarete Glanz leidet der Autor seit seiner Geburt an einer spastischen Lähmung der beiden Beine und des linken Armes. In seiner Familie empfing er ein überreiches Maß an Liebe, die in seinem dichterischen Werk grundlegend wurde.
Mit 17 Jahren entstand das erste Gedicht, mit 18 wurden die ersten Texte im Jahresbericht des Feldbacher Gymnasiums abgedruckt, wo er 1991 maturierte.
1994 erschien sein erstes Buch: „Vom Glück, zu leben – Gedichte und Geschichten“. Nach einem Band märchenhafter Geschichten – „Favola“, 1996 – hatte Hannes Glanz seine berufliche Tätigkeit nach Salzburg verlegt und veröffentlichte den nächsten Gedichtband: „Hundert Wege“, 1997.
1999 erschien der Roman „Ich nenne es Sommer“, 2001 der Gedichtband „Erzähl mir das Leben“, 2003 der Kriminalroman „Der Fall Simon – R. Maringer ermittelt“, 2006 als siebentes seiner Bücher der Satireband „Der Kernölbotschafter“, in dem die Erlebnisse eines Steirers in der Mozart- und Festspielstadt Salzburg mit spitzer Ironie und verblüffend meisterhafter Wortkunst verarbeitet sind.
Aus diesem Band las Hannes Glanz im März 2008 auf Einladung der Fürstenfelder Kulturvereinigung in unserem Schubertsaal (vgl. „Campus f“ Nr. 82; vgl. auch die Nr. 76, wo eine Übersicht über weitere Campus-Artikel über den Autor geboten wurde).
Jetzt, nach 20 Jahren Schreiben, präsentierte Hannes Glanz im übervollen Gerberhaus in Fehring am 9. Oktober 2009 sein achtes Buch: „Liebe und andere Katastrophen – Neues vom Kernölbotschafter“, erschienen im Herbert Weishaupt Verlag, Gnas. Franz Cserni … sprach einführende Worte. Max Hofbauer am Klavier lieferte die musikalische Auflockerung der „satirischen Lesung“.
In köstlicher und ausgereifter Diktion wurde da „Romantik verzweifelt gesucht“, gab es „Fußball in der Lebensabschnittspartnerschaft“, Männer und Mode. „Prinzessinnen auf Erbsen“, eine „Schriftsteller-Erpressung“, weiters in Gedichtform die „Saisoneröffnung im Golfclub“ sowie „Was Mozart sagte“, einen Dialog zwischen dem Komponisten und Schikaneder.
Das Buch bietet auf 190 Seiten viel Grund zum vergnügten Schmunzeln über kuriose Zeiterscheinungen. Und beantwortet Fragen wie: Welcher ist der falscheste Moment für eine Liebeserklärung? Taugt ein brasilianischer Fußballer als Vorbild für den Namen der Tochter? Und warum quetscht sich eine ganze Reisegruppe in ein winziges Kartenbüro?
Hannes Glanz hat sich im Eröffnungsgedicht des Buches selbst porträtiert (aus drucktechnischen Gründen lassen wir die Zeilen durchlaufen). Titel: „Nach zwanzig Jahren Schreiben“ – „Ich bin Schriftsteller und Angestellter, Herzenssteirer und Salzburgliebhaber, Kaffeehaussitzer und Spaziergänger, Zeitungsleser und Touristenbeobachter, Gesprächszuhörer und Geschichtenerzähler, Lyriker und Satiriker. – Dazu Radsportler und Golf-Fahrer, Zwillingsbruder und Lieblingsonkel, Ö1-Hörer und Musiksüchtiger, Single-Haushälter und Schuhputzverweigerer, Pokerface und Zeitgenießer, Hoffender und Träumender. – Ach ja, behindert bin ich auch. Aber nach zwanzig Jahren Schreiben ist das nicht mehr wichtig.“ (Max J. Hiti, in: „Campus f“ 2009, S. 30)

Preis: € 19,80

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